Logopädie, Psychomotorik, Spieltherapie, Pädagogische Betreuung in Kleingruppen: Viele Bausteine für die Therapie und Förderung Ihres Kindes

Denken und psychische Entwicklung

Wissenschaftler streiten, ob das Denken, Fühlen und Handeln des Kindes (Menschen) stärker von angeborenen Verhaltensprogrammen oder von den im Lauf des Lebens gemachten Erfahrungen bestimmt wird. Heute setzt sich die Einsicht durch, dass Denken, Fühlen und Handeln eine neurobiologische Grundlage haben und dass zugleich die kognitive Verarbeitung psychosozialer Erfahrungen von erheblicher Bedeutung für die kindliche Entwicklung ist.
Nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist „Gesundheit ein Zustand vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens - nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen." An der Erreichung dieses Zustandes arbeiten wir.
Ein Kind kann schwer beschreiben, wie es ihm geht. Aber es drückt sich mit seinen spielerischen Mitteln aus und stellt seine Probleme symbolhaft dar. Das Spiel wird dadurch zur Sprache des Kindes. Es geht also in unserer Arbeit darum, für das Kind Bedingungen zu schaffen, unter denen es seinen Probleme im Spiel Ausdruck geben kann. Das geschieht vor allem auch in der Einzelspieltherapie. Verbalisierungen durch die Psychotherapeutin stellen Markierungen im Verhaltensfluss des Kindes dar und lenken seine Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte. Sie haben die Funktion, etwas bewusst zu machen.
Das Ziel der Spieltherapie und unserer gesamten Kindergartenarbeit liegt in der Wachstumsförderung.

(Psycho-)Motorik
 
In der kindlichen Entwicklung kommt der Bewegung eine zentrale Bedeutung, eine Schlüsselrolle zu. „Die Welt erschließt sich dem Kind über Bewegung, Schritt für Schritt ergreift es von ihr Besitz.“ (Zimmer, R. 1989, S. 16)
So entwickelt sich die Sprache auch nicht isoliert, sondern ist u. a. eng mit der Bewegungsentwicklung verbunden. „Mit Hilfe von körperlichen und Sinneserfahrungen bildet es (das Kind, d. Verf.) Begriffe (Zimmer, R. 1989, S. 16).
Bewegungsförderung wird in unserer sprachtherapeutischen Kindertagesstätte als ganzheitliches Angebot verstanden, als „Psychomotorik“, die den unauflöslichen Zusammenhang von körperlichen und geistigen Prozessen betont.
Über Erfahrungen mit dem eigenen Körper, Materialien und verschiedenen Spielgeräten, sowie mit anderen Kindern entwickeln die Kinder allmählich eine immer bessere Handlungsfähigkeit.
Häufig haben die von uns betreuten Kinder nicht nur Schwierigkeiten in ihrer Sprachentwicklung, sondern zeigen auch Auffälligkeiten im Bereich der Wahrnehmung und der Motorik. Dies können u. a. Probleme im Gleichgewicht und der grobmotorischen Koordination sein, ein herabgesetztes Körper- u. Schmerzempfinden, Ungeschicklichkeiten, hervorgerufen durch Schwierigkeiten beim Planen von Bewegungen, motorische Unruhe und leichte Ablenkbarkeit, manuelle Ungeschicklichkeit, schwache Körperspannung, Dosierungsprobleme beim Krafteinsatz, überempfindliches Reagieren und Abwehrreaktionen, wenn Haut mit bestimmten Materialien in Kontakt kommt.
Eine besondere Bedeutung kommt deshalb Angeboten aus dem basalen Wahrnehmungsbereich und grundlegenden motorischen Themen zu, wie u. a. Schaukeln, Balancieren, Klettern, Rutschen, Hüpfen und Springen, Tasten, Fühlen, usw.
Hier werden Grundlagen geschaffen, die die Sprachentwicklung unterstützen und voraussetzend für schulische Anforderungen sind.

 

(Quelle: Zimmer, Renate: Kreative Bewegungsspiele; Freiburg im Breigau 1989)

Sozialkompetenz

 

Der Kindergarten ist der erste Ort außerhalb des geschützten Raumes der Familie, an dem Kinder soziale Erfahrungen mit unterschiedlichen Personen machen können.
Wichtig für die gesamte Persönlichkeitsentwicklung von Kindern ist es, Kontakte zu anderen Kindern herzustellen und sie aufrechterhalten zu können.

Neben den Alltagskompetenzen haben wir es uns deshalb auch zur Aufgabe gemacht, die Kinder in dem Bereich der Sozialkompetenz zu fördern und damit auf das gesellschaftliche Leben vorzubereiten.
In unserer Arbeit unterscheiden wir in Anlehnung an Verbeek (2006) beim Aufbau von Sozialkompetenz z.B. die Entwicklung von Kontaktfähigkeit, das Erlernen von Hilfsbereitschaft,  die Entwicklung konstruktiver Konfliktbewältigung, die Einhaltung und das Aushandeln von Regeln, sowie die Entwicklung von Selbstständigkeit.
Manchmal gibt es bei sprachauffälligen Kindern problematische oder bemerkenswerte Verhaltensweisen des Kindes, die in der Betreuung berücksichtigt werden müssen. Ein sprachauffälliges Kind ist oftmals auch  in seiner Persönlichkeitsentwicklung eingeschränkt.
Wahrnehmungsstörungen z.B. (Köperwahrnehmung, auditive Wahrnehmung) oder ungeschickte Kontaktaufnahme spielen dabei eine große Rolle. Gerade bei diesen Kindern, die Schwierigkeiten haben mit der verbalen Sprache, oder darin Beziehungen aufzubauen oder Kontakte zu knüpfen, ist es besonders wichtig, sie im Kindergartenalltag zu unterstützen. Außerdem leisten wir durch die Arbeit Hilfestellung bei der Integration in die Gruppe.
Dieses kann z.B. durch Kennenlernspiele, Geschichten über Freundschaften, über aufgestellte Regeln usw. geschehen. Ganz wichtig ist es auch, Kinder in Konfliktsituationen zu begleiten. Wir unterstützen Kinder darin, einen Konflikt selbst zu klären und nach akzeptablen Lösungen zu suchen. Auch Höflichkeit, Benehmen und Respekt anderen Menschen gegenüber können im Rollenspiel sehr gut erlernt bzw. gefestigt werden.
Die Mitarbeitenden der Kindertagesstätte übernehmen beim Vermitteln von Sozialkompetenz natürlich auch eine sehr wichtige Vorbildfunktion.

 

(Quelle: Verbeek, Veronika: Trierer Beobachtungs- und Förderbogen; München 2006)

Sprache und Sprechen

Sprache ist ein wesentliches Element des menschlichen Seins und damit auch der kindlichen Entwicklung…Sie bildet die Basis menschlicher Kontaktaufnahme in unserer Gesellschaft. Deshalb ist einer unserer Schwerpunkte auch die Verbesserung der sprachlichen Fähigkeiten der uns anvertrauten Kinder. In Absprache mit der Logopädin/Sprachtherapeutin werden verschiedene Therapieinhalte in der Gruppe aufgegriffen und individuell in den Gruppenalltag integriert. Durch die interdisziplinäre Arbeit unseres multiprofessionellen Teams können Fortschritte, Interessen oder auch Probleme des Kindes kurzfristig in die Therapieplanung aufgenommen werden. Damit können wir dem Kind eine möglichst optimale, ganzheitlich orientierte Sprachtherapie anbieten. So finden sämtliche Einflussfaktoren auf die Sprachentwicklung Berücksichtigung und Aufmerksamkeit in unserer Arbeit. Wolfgang Wendlandt hat mit seinem „Sprachbaum“ die Faktoren und ihre Einflüsse auf Sprachentwicklungsstörungen sehr gut veranschaulicht und erklärt. So wie der Gärtner sein Bäumchen liebevoll pflegt, möchten wir gemeinsam mit den Eltern die Sprachentwicklung der uns anvertrauten Kinder anregen. Vielfältige, kindgerechte Möglichkeiten sollen die zur Entfaltung ihrer sprachlichen Möglichkeiten dienen.

 

(Quelle: http://www.logopaediewiki.de/wiki/Sprachbaum)

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